B L U T G E I L  Home         e n g l i s h   p a g e s
     
     
     
 

R A Z Z I A   H o m e        A n f a n g   v e r p a s s t ?        R a z z i a :   D i e   B i l d e r !

       Tages-Anzeiger         7. Januar 1999

 Drei Könige stehen vor dem  Einzelrichter

Der gesamte Vorstand des Hausvereins am Kreuzplatz ist angeklagt worden - wegen Hausfriedensbruchs.

Von Thomas Isler

Das Polizeiaufgebot ist enorm. Vor dem Gerichtsgebäude sind mehrere Beamte samt Polizeihund postiert, im Innern haben andere Polizisten eine Eingangskontrolle aufgezogen. Die drei Angeklagten und die gut 15 Zuschauer werden mit dem Metalldetektor kontrolliert. «Plakate haben mit zweideutigen Worten auf diesen Prozess aufmerksam gemacht», erklärt ein Polizist und meint dann entschuldigend: «Man weiss eben nie.»

Der Prozess verläuft jedoch sehr gesittet, ja der Umgangston zwischen Einzelrichter und Angeklagten ist von einer geradezu ausnehmenden Höflichkeit. Die drei Angeklagten - nennen wir sie Kaspar, Melchior und Balthasar - sind mit goldener Krone erschienen, die sie bei Verhandlungsbeginn artig vor sich auf dem Pult deponieren. «Unser guter Stern, die Anwältin, konnte heute leider nicht kommen», beginnt Balthasar, der Präsident des Hausvereins Klosbachstrasse. «Weil wir Ihnen aber keinen Stress machen wollten, verzichteten wir auf eine Verschiebung», sagt er dem Einzelrichter. Das kurze Plädoyer der Anwältin trägt der Präsident später selber vor.

Präsident, Aktuar und Kassier

Die drei Männer im Alter von 35, 33 und 25 Jahren - neben dem Präsidenten sind auch der Aktuar und der Kassier des Vereins gekommen - sind wegen Hausfriedensbruchs angeklagt. Die Bezirksanwältin fordert für sie eine Busse von je 500 Franken. Weil die drei sich seit dem 9. November 1997 gegen den Willen der Hauseigentümerin in der Klosbachstrasse aufgehalten hätten. Es geht dabei um ein Haus, das der Überbauung Kreuzplatz hätte weichen sollen. Die Verteidigerin verlangt einen Freispruch. Die Leute vom Hausverein hätten die Eigentümerin per Brief angefragt, ob sie bis zum Abbruch der Liegenschaft dort wohnen könnten. Die laufenden Kosten für Strom und Wasser würden sie übernehmen - und das Haus bei Baubeginn ohne Umstände wieder

verlassen. Die Eigentümerin, die Immobilien Paradeplatz Zürich AG, habe dies zwar abgelehnt, weil sie von einem Abbruch noch im Januar 1993 ausgegangen sei. In der Folge habe sie es dann aber akzeptiert, dass der Hausverein auch Strom und Wasser für Mieter und darüber hinaus auch gewisse Gebühren für den Grundeigentümer übernommen habe. Damit habe die Eigentümerin die Offerte zu einer Gebrauchsleihe angenommen. Der erst zehn Monate später gestellte Strafantrag sei rechtsmissbräuchlich.Die drei Könige nützen die Gerichtsverhandlung für persönliche Botschaften: Am kürzesten fällt jene von Melchior aus, dem Kassier des Vereins. Er habe gar nie an der Klosbachstrasse gewohnt und sitze deshalb zu Unrecht auf der Anklagebank. «Kassier eines Vereins zu sein», sagt er, «ist nicht strafbar.» Der Präsident wirbt für die Ziele des Vereins. Es handle sich um eine Gruppe von Künstlern und Studenten, die seit zehn Jahren immer wieder in anderen Abbruchliegenschaften leer stehenden Wohnraum nutze. «Schliesslich ist es doch im Sinn des Hausbesitzers, dass eine Liegenschaft nicht ganz verwahrlost und Vandalen oder Drogensüchtige anzieht, sondern von unkomplizierten Menschen bewohnt wird, die nach dem Rechten sehen.»

Bitte um ein warmes Plätzchen

Kaspar wiederum, der Aktuar, hebt zu einem ironischen Pamphlet an, das auch dem Einzelrichter hin und wieder ein Lächeln entlockt. «Warum ich gerne ein Krimineller bin», nennt der Angeklagte seinen Vortrag. Kaspar hat bereits früher wegen seiner Beteiligung am Videofilm «Blutgeil» eine Busse erhalten, die zu bezahlen er sich standhaft geweigert hat. Mittlerweile sind daraus 33 Tage Haft geworden. Der derzeitige Vollzugsnotstand hat aber zur Folge, «dass auch ich zuerst 90 Tage akkumulieren muss, bevor ich endlich als richtiger Krimineller gelte und sitzen darf», bemerkt Kaspar enttäuscht. Er bittet den Einzelrichter, ihm im Falle einer Verurteilung zu helfen, endlich an ein «ruhiges, warmes Plätzchen» zu kommen. Der Einzelrichter hört geduldig zu, verkündet dann, das Urteil werde später schriftlich zugestellt, und verabschiedet sich von den Angeklagten. Die grüssen freundlich zurück, setzen ihre Pappkronen auf und verschwinden.

 

 







Dezibel-Zensur



Der Kleine Hirnfick
   
 

B i l d e r ,   d i e   w i r   g e r n e   s e h e n !
POLIZEIBEAMTE BEI SCHWERER KÖRPERLICHER ARBEIT!!!
Teil 1:   M I T   M O T O R S Ä G E N !
 Teil 2:   M I T   O F F E N E M   H O L S T E R ...  Die beschlagnahmten Fotos!
 Teil 3:  
S O N N T A G S K U R I E R E ! ! ! 

M i t   d e n   W a f f e n   d e r   K u l t u r   . . .
KREATIV UND HUMORVOLL: SO GEFÄLLT UNS UNSERE POLIZEI!
H  I  E  R    K  L  I  C  K  E  N  !
 AUS DEM FOTOALBUM DER POLITISCHEN POLIZEI…
H  I  E  R    K  L  I  C  K  E  N  !
 


Die Schweiz ist ein demokratisches Land, in dem Kulturschaffende die Wahl haben zwischen Gefängnis, bewaffnetem Widerstand oder Exil.




No.  6'666'667

  B L U T G E I L     F O T O     G A L E R I E     Part I         english
Was der Zensor Ihnen vorenthalten wollte -  und wie unbefangene "Durchschnittsbetrachter" darauf  reagieren!
B L U T B A D   I N   U R D O R F   ! ! !       D I E   B I L D E R   ! !     english
J e t z t   a k t u e l l  :     S L O W  G R I N D  ! ! !        V e r s i o n     1 . 5
Update 20.11.01   K U N S T   I M   K N A S T


SSI Home                              e n g l i s h   p a g e s